Scheinselbstständig oder nicht?

Ob Existenzgründer wirklich als unabhängige Selbstständige gelten oder abhängig bzw. scheinselbstständig tätig sind, müssen häufig die Gerichte klären. In den letzten Wochen wurde gleich in drei Fällen entschieden, ob ein bestimmter Berufszweig scheinselbstständig – und damit sozialversicherungspflichtig – ist oder nicht.

Eigenständige Radiomoderatoren
Eine Radiomoderatorin, die das Programm eigenverantwortlich gestaltet, ist selbstständig tätig. Dies entschied das Landessozialgericht (LSG) Rheinland-Pfalz in einem aktuellen Urteil (Az.: L 6 R 95/14). Weitere Details zum Urteil können Sie der Pressemeldung 19/2016 Landessozialgericht RP entnehmen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der startothek-News vom 22.09.2016

Neues Gesetz schafft Steueranreize für Investoren von Start-ups

Die Bundesregierung hat am 14. September 2016 einen neuen Gesetzentwurf beschlossen. Durch zusätzliche Steueranreize soll von nun an das Engagement von Investoren bei Start-ups gestärkt werden.

Geldgeber, die mit Risikokapital bei jungen Technologiefirmen einsteigen, sollen aufgelaufene Verluste künftig dem Fiskus gegenüber geltend machen können.

Aus EU-beihilferechtlichen Gründen soll die geplante Verlust-Verrechnungsmöglichkeit aber nicht nur ausschließlich für Wagnis- und Risikokapital gelten, sondern generell, wenn Investoren bei einem angeschlagenen Unternehmen einsteigen, dieses weiter fortführen und so Arbeitsplätze erhalten.

Finanzminister Schäuble sagte, mit den verbesserten Rahmenbedingungen könne es Unternehmen noch besser gelingen, Geldgeber für innovative Geschäftsmodelle zu gewinnen. Wirtschaftsminister Gabriel fügte hinzu, Unternehmen erhielten durch das neue Gesetz einen besseren Zugang zu privatem Wagniskapital, das sie dringend für ihr Wachstum benötigten.

Aktuellen Schätzungen zufolge könnte die Förderung den Staat jährlich bis zu 600 Millionen Euro an Steuerausfällen kosten.

Die Änderungen sollen rückwirkend zum 01. Januar 2016 in Kraft treten.

Immobilienmakler müssen künftig Prüfung ablegen

Wer Immobilienmakler werden will, braucht bislang nur eine behördliche Erlaubnis – eine Prüfung verlangt der Gesetzgeber nicht. Um die Verbraucher besser zu schützen, hat das Kabinett neue Regeln beschlossen. Makler müssen künftig ihre Qualifikation nachweisen.

Um eine Gewerbeerlaubnis zu erhalten, müssen Immobilienmakler in Zukunft einen Nachweis ihrer Sachkunde erbringen. Die Bundesregierung hat in einem Gesetzentwurf neue Regeln zur Berufszulassung von Maklern und Wohnungseigentumsverwaltern beschlossen. Verwalter brauchen künftig eine Erlaubnispflicht, für die ebenfalls eine erfolgreich abgelegte Prüfung sowie eine Berufs-Haftpflichtversicherung erforderlich sind. Damit würden Eigentümer vor finanziellen Schäden durch eine “fehlerhafte Berufsausübung” geschützt, erklärte das Wirtschaftsministerium.

Laut dem Dachverband Deutscher Immobilienverwalter sollen gewerbliche Wohnungseigentumsverwalter und Makler, die bereits sechs Jahre am Markt sind, von der Sachkundeprüfung befreit sein. Ohne Regelung bleibe außerdem die nicht gewerbsmäßige Verwaltung durch Miteigentümer oder die Verwaltung von eigenem Eigentum.

Der Verband rechnet damit, dass das Gesetz spätestens im ersten Quartal 2017 verkündet wird. Dann folge die Rechtsverordnung, die unter anderem die Kriterien für den Sachkundenachweis festlege. Ende 2017 dürfte dann die Berufs-Zulassungsregelung in Kraft treten.

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/kabinett-immobilienmakler-zulassungsregeln-101.html, Stand: 03.09.2016 – 18:17 Uhr

DIHK erwartet von Gründern mit ausländischen Wurzeln viele Jobs

“Zuwanderer und ihre Nachkommen schaffen hierzulande Arbeitsplätze”: Darauf hat jetzt Eric Schweitzer hingewiesen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) bezog dies nicht nur auf bereits hier etablierte Unternehmen, sondern auch auf Neugründungen. Der DIHK rechnet damit, dass durch Gründer mit Migrationshintergrund in diesem Jahr rund 40.000 Stellen geschaffen werden.

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Gründungen und Unternehmensschließungen 2014

Das IfM Bonn erstellt basierend auf den Daten des Statistischen Bundesamtes regelmäßig Statistiken zu den gewerbeanzeigepflichtigen Gründungen und Liquidationen (Aufgaben) sowie zu den Insolvenzen. Daneben ermittelt das IfM Bonn auf der Basis der Steueranmeldungen der Gründer und Gründerinnen bei den Finanzämtern die Anzahl der Gründungen in den Freien Berufen sowie unter Land- und Forstwirten.

Interessant ist das:

NUI-Regionenranking des IfM Bonn

Gründungen und Neuansiedlungen verändern die Unternehmenslandschaft in einer Region und sind Ausdruck eines attraktiven Wirtschaftsumfelds, das Unternehmertum und Selbstständigkeit begünstigt. Zur Bestimmung der regionalen Gründungsneigung berechnet das IfM Bonn seit 1998 jährlich das so genannte NUI (Neue Unternehmerische Initiative) Regionenranking. Als neue unternehmerische Initiative in einer Region werden nicht nur Existenzgründungen, sondern auch Betriebsgründungen, Übernahmen und Zuzüge von Gewerbebetrieben sowie Aufnahmen einer gewerblichen Nebenerwerbstätigkeit herangezogen. Der NUI-Indikator gibt an, wie viele Gewerbebetriebe pro 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter in einer Region im entsprechenden Jahr neu angemeldet wurden. Durch die Bildung einer Rangordnung vom höchsten NUI-Indikatorwert  zum niedrigsten ergibt sich das NUI-Regionenranking.

Die ersten 10 Plätze, davon 5 in Bayern, belegen:

  1. Offenbach am Main, Kreisfreie Stadt
  2. München, Landkreis
  3. Miesbach, Landkreis
  4. Starnberg, Landkreis
  5. Offenbach, Landkreis
  6. Baden-Baden, Kreisfreie Stadt
  7. Bad Tölz-Wolfratshausen, Landkreis
  8. Main-Taunus-Kreis
  9. Wiesbaden, Landeshauptstadt, Kreisfreie Stadt
  10. Landsberg am Lech, Landkreis

 

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Wie denken Start-up Gründer?

Um herauszufinden, wie Start-up-GründerInnen denken, hat sich die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit einer Sonderbefragung an der jährlich durchgeführten Umfrage zum Deutschen Startup Monitor beteiligt. Die Ergebnisse dieser Sonderbefragung wurden jetzt veröffentlicht.

Die Sonderbefragung setzte sich aus sieben Statements zusammen, die von den Startup-Gründern beurteilt werden mussten. Die Einschätzung der Gründer:

  • 92,5 Prozent der Befragten fühlen sich verantwortlich für ihre Mitarbeiter.
  • 89,3 Prozent leisten viel und fordern das auch von ihren Mitarbeitern.
  • 64 Prozent legen Wert auf eine nachhaltige und umweltschonende Unternehmensausrichtung.
  • 83 Prozent sehen die individuelle Freiheit als zentralen Antrieb für ihr unternehmerisches Schaffen.
  • 86 Prozent der Gründer räumen unkonventionellen Lösungen einen hohen Stellenwert ein.
  • 37,3 Prozent der Start-up-Unternehmer setzen sich auch politisch für die Interessen ihres Start-ups ein.
  • 77,2 Prozent unterstützen gesellschaftliches Engagement.

 

An der Sonderumfrage nahmen 895 Start-up-Unternehmer/innen teil. Die Ergebnisse der Befragung finden Sie auf der Internetseite der KAS.

Kreditvergabe an Start-ups – Banken sind zurückhaltend

Die niedrigen Kreditzinsen machen die Finanzierung für IT-Unternehmen günstig, wenn sie denn ein Darlehen von der Bank bekommen. Während große Unternehmen bei der Kreditbeantragung kaum Probleme haben, gestaltet sich die Finanzierung für Start-ups über die Bank oftmals schwierig. Das berichtet der Digitalverband Bitkom auf Basis einer Auswertung der KfW-Unternehmensbefragung 2016 für die Digitalbranche.

Link zur Pressemitteilung von Bitkom

Bürokratieabbau: Weitere Entlastungen für Kleinunternehmen geplant

Die Bundesregierung will kleine und mittlere Unternehmen von unnötiger Bürokratie befreien. Deshalb hat das Bundeswirtschaftsministerium den Referentenentwurf eines Zweiten Gesetzes zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie (Bürokratieentlastungsgesetz II – BEG II) vorgelegt.

Das zweite Bürokratieentlastungsgesetz beinhaltet vor allem Vereinfachungen im Steuerrecht und in Verwaltungsverfahren. Hier die wichtigsten Neuregelungen im Überblick:

Anhebung der Kleinunternehmergrenze
Zukünftig sollen Unternehmen mit einem Jahresumsatz i.H.v. 20.000 Euro (bisher 17.500 Euro) die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen können. D.h. Unternehmen mit weniger als 20.000 Euro Jahresumsatz können sich nach Inkrafttreten des BEG II von der Pflicht, Umsatzsteuer zu erheben, befreien lassen.

Grenzwert für Kleinbetragsrechnungen wir erhöht
Auch der Grenzwert von Kleinbetragsrechnungen soll von 150 auf 200 Euro ansteigen. Kleinbetragsrechnungen müssen nicht alle im Umsatzsteuerrecht geforderten Angaben beinhalten. In ihnen muss kein gesonderter Umsatzsteuerausweis erfolgen. Auch der Zeitpunkt der Leistung und Angaben über den Leistungsempfänger sind nicht notwendig.

Weitere Anpassungen
Darüber hinaus soll die Aufbewahrungspflicht von Lieferscheinen nach Rechnungserhalt entfallen. Auch bei der Lohnsteueranmeldung wird die Betragsgrenze für eine quartalsweise Abgabe der Anmeldungen von 4.000 auf 5.000 Euro angehoben.

Quelle: Startothek – Gründungsrecht online, Newsletter vom 27.07.2016

Unternehmerversicherung

In 2015 waren mehr als 4 Mio.Unternehmen/Einrichtungen bei den Mitgliedern der DGUV zu verzeichnen. Gegenüber 2014 ein plus von 0,9 Prozent. Von den Unternehmen entfielen 3,3 Mio. auf den Zuständigkeitsbereich der gewerblichen Berufsgenossenschaften, die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand betreuten rund 690.000 Unternehmen und Einrichtungen. Die Anzahl der Einrichtungen (inkl. Kindertagespflege) in der Schüler-UV ist mit über 142.000 gegenüber 2014 um 0,1 % leicht gestiegen.

Die Berufsgenossenschaft (Unternehmerversicherung) gehört neben der Betriebshaftpflichtversicherung zu den wichtigsten Versicherungen für den Unternehmer. Zu den gesetzlichen Grundlagen.